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2010-10-04 22:13:54Tesztelték a Rigport-ot: az egyik legnevesebb német szakfolyóiratban jelent meg az alábbi cikk!
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Rigport – Energybus
Viele Testberichte drehen sich um Anfang oder Ende der „veranstaltungstechnischen Nahrungskette“ – also Lichtkonsolen und Mischpulte, Lautsprecher oder Scheinwerfer. Mit dem Rigport-System widmen wir uns in dieser Ausgabe einem eher unscheinbaren, aber dennoch wesentlichen Bereich zwischen Eingabe und Ausgabe: der Verkabelung!
Vor der Show haben die Götter die Versorgung gesetzt: Einen nicht geringen Teil seiner Arbeitszeit verbringt ein Veranstaltungstechniker damit, das Setup an Scheinwerfern, Hebezeugen und weiteren aktiven Elementen mit Strom, Signal oder anderen Daten zu speisen. Dabei werden die verschiedenen Zuleitungen meist parallel geführt – LaKas für Dimmer und/oder 230 V, CEE-, DMX- und Motorkabel usw. Dabei ist nicht nur der Arbeits- und Zeitaufwand enorm, auch das speziell auf Traversenkonstruktionen aufgebrachte Gewicht ist nicht zu unterschätzen, ebenso das große Volumen und der damit benötigte Lagerplatz bzw. Truckspace! Kaum jemand, der sich hier nicht schon einmal einfachere Lösungen herbeigesehnt hat, am besten gleich komplett kabellos! Was allerdings bei Wireless-DMX-Anwendungen bereits mit hoher Störsicherheit möglich ist, wird im Bereich der Stromversorgung noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Deshalb hat die Firma Protec GmbH einen neuen Ansatz gesucht, Unvermeidbares dementsprechend zu vereinfachen und die im Laufe der Jahre entstandenen unterschiedlichen Kabelsysteme zu harmonisieren.
Inline-Konzept
Der Grundgedanke ist, anstelle vieler parallel verlaufender Kabelsysteme ein Inline-Bus-System zu entwickeln, das dem Anwender ein Höchstmaß an Flexibilität bzgl. Abzweigungen und Anwendungen bietet. Getreu dem Motto „eine verstärkte Hauptleitung, viele Zapfstellen“ bietet die „Baseline“-Serie in der einfachsten 16A-Single-Phase-Variante Kabel und „Abzweigdosen“ – sog. „Rigports“ – in Neutrik PowerCon-Ausführung. Was noch nicht viel mehr ist als die amtliche Variante von „Dreifach-Dosen-Ketten“ wird mit der 16A 3-Phasen-Version inkl. Han Q 5/0-Verbindern bereits eine vollwertige 16A-CEE-Verteilung auf der Truss. Die Highend-Version „Rigport40H“ bietet einen 40A-Bus auf Han Q 4/2-Basis mit Strom- und DMX-Versorgung – daher das „H“ für „Hybrid“.
Die Rigports selbst werden mittels Plastikklemmen an der Traverse fixiert, was allerdings eine gegebenenfalls zusätzlich notwendige Sicherung mittels Safety keinesfalls ersetzt. Die Konfiguration der Endgeräte-Verteiler besteht im Normalfall neben dem In/Out des Bus-Systems aus verriegelbaren PowerCon-Abgängen, bei der Hybrid-Serie zusätzlich aus XLR-Outs in 3- oder 5-poliger Ausführung. Kurze Hybrid-Patchkabel mit PowerCon/DMX-Kombination verbinden dann sauber und schnell die Geräte mit dem Rigport.
Bezüglich der endgültigen Ausführung der standardmäßig verfügbaren Rigports befindet man sich allerdings noch in einer Art Findungsphase, erklärt Geschäftsführer Jürgen Steinbacher im Gespräch, die Anforderungen und Wünsche der Kunden werden hier wohl zukünftig noch in starkem Maße Einfluss nehmen auf die Gestaltung.
Rigport active
Hat man erst einmal ein strom- und signalführendes Bus-System auf der Traverse, mit dem man z. B. Moving Lights komplett versorgen kann, ist es nur noch ein kleiner Schritt zu dem Wunsch, auch Generics oder Hebezeuge in das System einbinden zu können. Genau das machen die „Rigport active“-Komponenten – allerdings ist derzeit nur der Motorcontroller „Rigport DDC“ (DMX-Drive-Control) als Betaversion für wenige Testpersonen verfügbar.
Der Controller ermöglicht dabei das Steuern und Verfahren von D8 bzw. D8plus-Zügen über herkömmliche DMX-Controller. Dabei werden Richtung und Freischaltung über DMX vorgegeben, das Verfahren der Motoren erfolgt dann BGV D8-konform über eine „Security-Control-Unit“ mit Not-Aus- und Totmannschaltung, die allerdings trotz Bus-System aus Sicherheitsgründen mit einer zusätzlichen Leitung zwischen Steuerung und Motoren verkabelt werden muss. Auch die Stillsetzung etwaiger D8plus-Züge während der Veranstaltung erfolgt über diese Unit.
Dimmer, DMX-Switcher/Booster („Rigpeater“) & Switchpacks sind noch in der Entwicklung und sollen laut Hersteller ab Release alle RDM-fähig sein – definitiv ein Muss, wenn die Geräte ins Rigg ausgelagert werden sollen!
Watchdog und Starline
Bei Protec geht man den Weg der Vereinfachung konsequent weiter und hinterfragt dabei auch so manch „liebgewonnene Gewohnheit“: Warum – wenn man schon Dimmer, Switcher und Motorcontroller in das „Inline-Konzept“ integriert – sollen dann die Stromverteilungen noch am Boden stehen?
Logischer Schritt: Auch diese Geräte kommen auf die Truss! Der große Vorteil ist dabei, dass nun lediglich eine Hauptzuleitung für Strom plus Datenleitung(en) auf das Rigg gelegt werden, der komplette Rest wird sternförmig von dort mittels „Inline-Bus“ verteilt – daher auch der Name „Rigport Starline“. Kritikern, die jetzt natürlich sofort die fehlende Möglichkeit der Wieder-Inbetriebnahme nach einem Auslösen der Sicherungen oder des RCD bemängeln, tritt der Entwickler energisch entgegen: Solange man während einer Veranstaltung der Ursache nicht auf den Grund gehen kann, weshalb Sicherung oder RCD ausgelöst haben, ist ein Wiedereinschalten fahrlässig und muss unterbleiben, so die Meinung Steinbachers. Aus diesem Grund ist es auch unerheblich, an welcher Stelle sich die Sicherung befindet!
Auch wenn dies grundsätzlich richtig ist, bleibt anzumerken, dass in der Praxis mit „bodenständigen“ Verteilungen natürlich jederzeit die Möglichkeit besteht, fehlerhafte Komponenten abzustecken und das funktionierende Teil-System für den Rest einer Show wieder in Betrieb zu nehmen!
Hat man sich dennoch von „Traditionellem“ getrennt und die Stromverteilung ins Rigg verbannt, bleibt natürlich die Frage nach der Kontrolle. Was am Boden ein nützliches Tool, ist bei Trussmontage eine Notwendigkeit: die Möglichkeit zur Fernüberwachung der wichtigsten Werte wie Spannung, Stromstärke, Leistung, Frequenz oder Leistungsfaktor CosPhi. Das war der Grund für die Entwicklung des „Watchdog“ – der „Stromwächter“ bietet all dies und noch mehr: Er kann neben der reinen Echtzeit-Kontrolle am Notebook via XLR-Remote-Bus auch bei bestimmten Missverhältnissen – z. B. Überspannung – das System selbstständig abschalten und dadurch schwerwiegende Schäden und hohe Kosten vermeiden helfen. In der „Pro“-Version mit Fernantrieb lassen sich Sicherungen und RCD im Störfall und nach erfolgreicher Fehlersuche per Remote aus der Ferne wieder einschalten, in der „Pro²“-Version versucht das Gerät nach einer Abschaltung sogar dreimal selbstständig, das System wieder in Betrieb zu nehmen. Dieser Fernantrieb wäre neben der RDM-Fähigkeit definitiv auch ein wichtiges Feature für zukünftige Komponenten wie Dimmer oder Switchpacks – nur so lassen sich bestehende Bedenken hinsichtlich der eingeschränkten Kontrolle einer dezentralisierten Dimmer-City zerstreuen!
Der „Watchdog“ ist als eigenständiges Gerät erhältlich oder komplett mit Unterverteilungen in der „Rigport Starline“-Serie. Adäquat der Namen für den Wächter heißen diese dann „Star“ (reine Kontrolle per Display oder Remote), „Starpro“ (Kontrolle plus Fernantrieb) und „Starpro²“ (Kontrolle, Fernantrieb und selbsttätiges Wiedereinschalten) und sind optional mit Aufnahmen zur Trussmontage versehen.
Fazit
Manchmal muss man andere Wege gehen, um bessere zu finden! Der Ansatz des Rigport-Inline-Energybus ist nicht so verwegen wie es anfänglich klingen mag. Das Inline-Konzept macht durchaus Sinn, die großen Vorteile ergeben sich allerdings erst im konsequenten und ganzheitlichen Systemverbund – speziell in der Variante mit Strom- und Datenleitung im 3-Phase 40A Bus. Hier offenbart sich die enorme Flexibilität, an jeder beliebigen Stelle jedwede Art von Scheinwerfer oder Hebezeug zu positionieren und zu integrieren. Schnellere Aufbauzeiten, weniger Volumen und Gewicht auf der Traverse und im Truck dürften einen Umstieg auf dieses System auf längere Sicht auch kostenrechnerisch interessant machen.
Irgendwann stellt sich allerdings die Frage, ab welchem Zeitpunkt man sich mit den vielen Vorteilen des Inline-Konzepts wieder Nachteile erkauft, wenn man tatsächlich alle weiteren Komponenten wie Stromverteilungen, Dimmer, Motorcontroller usw. in das Rigg baut. Dabei geht es weniger um die Frage der Kontrolle (das wird mit den Watchdogs und RDM-fähigen Modulen möglich), sondern um Aspekte wie Gewicht und Lastverteilung im Dach! Auch der Vorteil des geringeren Zeitaufwands relativiert sich, wenn alle Komponenten einzeln an die Traverse geschraubt werden müssen anstatt zentral in großen Schränken integriert zu sein – speziell bei vorkonfigurierten Tourneeproduktionen.
Sehr vorteilhaft ist, dass man nicht von heute auf morgen komplett auf das Inline-System umstellen muss. Das modulare Konzept ermöglicht hier eine weiche und kostenverträgliche Umrüstung – evtl. auch nur in für den jeweiligen Anwender sinnvollen Teilbereichen und in Kombination mit bestehenden Komponenten. Dabei werden durch Kundenfeedback sicherlich noch einige Wünsche und Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen.
Bezogen werden kann das Rigport-System mit all seinen Komponenten im Rigport-Online-Shop unter www.rigport.com.

